So will Europa mit dem Green Deal klimaneutral werden

Mit den vielfältigen Maßnahmen des Green Deals will die EU bis 2050 klimaneutral werden. Das Schlüsselprojekt für ressourcenschonendes Wachstum hat die EU-Kommission 2019 vorgelegt – und bereits mit der Umsetzung begonnen. Die Maßnahmen reichen von Klimaschutz und Stärkung der Artenvielfalt über Verkehr und nachhaltiges Bauen bis zu Veränderungen in der Landwirtschaft und im Verbraucherschutz.

Schon jetzt haben sich alle 27 Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis 2030 die Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um mindestens 55 Prozent zu senken.

Das sind einige der Etappenziele bis 2030:

  • Emissionen von Autos im Verkehr um mindestens 50 Prozent senken – und ab 2035 alle Neuwagen mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb ausstatten
  • 35 Millionen Gebäude energetisch sanieren
  • 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs in der EU aus erneuerbaren Energien decken
  • Nachhaltige Landwirtschaft mit der „Vom Hof auf den Tisch- und der Biodiversitätsstrategie

Region Oldenburg: Green Deal in der Landwirtschaft

In Niedersachsen und insbesondere in unserer landwirtschaftlich geprägten Region rund um Oldenburg wird sich durch den Europäischen Green Deal einiges ändern. Bis 2030 hat die EU unter anderem folgende Ziele für die Landwirtschaft formuliert:

  • 50 % weniger Pflanzenschutzmittel,
  • 20 % weniger Düngemittel bzw. 50 % weniger Nährstoffverluste bei gleichbleibender Bodenfruchtbarkeit,
  • 50 % weniger Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung,
  • auf mindestens 25 % der landwirtschaftlichen Fläche Ökolandbau,
  • 10 % der Land- und Meeresgebiete unter strengem Schutz

Das bringt Chancen aber auch große Herausforderungen für die vielen oft familiär geführten Betriebe in der Region mit sich. Auch die niedersächsische Politik reagiert und hat mit dem Aktionsprogramm „Der Niedersächsische Weg“ beschlossen, den Einsatz der Landwirte für mehr Nachhaltigkeit in der Produktion auch finanziell zu honorieren.

Aktion "Bienenfreundlicher Landwirt 2022"

Im Rahmen der niedersächsischen Imagekampagne "Echt grün - Eure Landwirte" findet dieses Jahr zum vierten Mal die Aktion "Bienenfreundlicher Landwirt" statt. Auf dem Hof von Landwirt Josef Kurmann in Bösel hat das Landvolk die Initiative vorgestellt. Ausgezeichnet werden Landwirte, die beispielsweise mit Staudengärten, Unterschlupfmöglichkeiten, Kooperationen mit Imkern und anderen Maßnahmen zum Bienenschutz beitragen. Die Kriterien wurden zusammen mit dem Bieneninstitut Celle entwickelt. Noch bis 21. Juni haben Betriebe die Möglichkeit "Bienenfreundlicher Landwirt 2022" zu werden. Im vergangenen Jahr haben sich 845 Höfe beteiligt.

13 innovative Landwirtschaftsprojekte erhalten Förderung der Europäischen Innovationspartnerschaft

Interaktive Halsbänder für Schafe zur Wolfsabwehr, Einsatzmöglichkeiten der schnell wachsenden Wasserlinse oder eine Roboterplattform für Baumschulen - insgesamt 13 innovative Landwirtschaftsprojekte in Niedersachsen werden durch die Fördermaßnahme Europäische Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" (EIP Agri) unterstützt. In der nun gestarteten Förderperiode von 2023 bis 2027 werden erneut 14 Millionen Euro bereitgestellt.

Dabei sind den Themen kaum Grenzen gesetzt: Projekte zur nachhaltigen Pflanzenproduktion, zu Biotechnologie und Kreislaufwirtschaft, zur tiergerechten Nutztierhaltung und zu Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz und Digitalisierung erhalten eine Förderung von bis zu 500.000 Euro.

Öffentliche Konsultation zu Gentechnik in Lebensmitteln

Neue Gentechnik (NGT) kann duch gezielte Mutagenese und Cisgenese von Pflanzen dazu beitragen, die Agrar- und Ernährungssysteme der Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Die neuen Techniken ermöglichen schnellere und effizientere Züchtungsprozesse. In einer öffentlichen Konsultation können Interessierte und Unternehmen bis zum 22. Juli ihre Meinung und Vorschläge bezüglich NGT der EU-Kommission mitteilen. Seit einigen Monaten arbeitet die Kommission bereits an einem Rechtsrahmen für den Einsatz von NGT.

Ihre Meinung zu Kennzeichungen von nachhaltigen Lebensmitteln

Die EU möchte im Rahmen der "Vom Hof auf den Tisch "-Strategie ein System einführen, dass nachhaltige Lebensmittel kennzeichnet. In einer öffentlichen Konsultation können Interessierte ihre Meinungen und Vorschläge für entsprechende Kennzeichungen einbringen. Neben der Kennzeichnung von nachhaltigen Lebensmitteln sollen auch nachhaltige Mindestanforderungen für die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln festgelegt werden. Die Konsultation läuft bis zum 21. Juli.

Ukraine-Krieg: Deutschland gibt Brachen nur für Futtermittel-Anbau frei

Die EU hat die in der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) festgelegten Brachflächen aufgrund des Ukraine-Kriegs zeitlich befristet für den Anbau freigegeben. Die Mitgliedsstaaten können selbst entscheiden, in welchem Umfang die rund 4 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen, die zum Naturschutzzweck stillgelegt sind, genutzt werden dürfen. Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) ermöglicht Landwirten den Anbau von Futterpflanzen und Zwischenfrüchten auf diesen Flächen. Andere EU-Staaten, darunter Frankreich und Polen, erlauben auch den Anbau von Getreide und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. "Wir dürfen Krisen nicht gegeneinander ausspielen", begründetet Özdemir seine Entscheidung.

Entwicklung eines Klimalabels startet

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast hat der Uni Göttingen einen Förderbescheid über rund 800.000 Euro für die Entwicklung eines Klimalabels übergeben. Das Label soll zeigen, wie unterschiedliche klimaschädlich oder klimafreundlich bestimmte Lebensmittel im Supermarkt sind. Regionales Obst, Gemüse oder tierische Produkte haben dabei meist die beste Klimabilanz. Rund ein Fünftel der klimaschädlichen Treibhausgase stehen in Verbindung mit Lebensmitteln - von der Produktion über Transport bis zur Lagerung.

Ukraine-Krieg: Öko-Vorgaben für Tierfutter aussetzen?

Besonders Öko-Betriebe beziehen ihr gentechnikfreies Eiweißfutter häufig aus der Ukraine. Aufgrund des Krieges kommt es nicht nur zu starkt erhöhten Preisen, nach Angaben des Präsidenten des Landvolk Niedersachsen Holger Hennies drohen Versorgungsengpässe für Öko-Tierfutter. Er fordert die strengen Regeln bei der Fütterung von Biotieren - auch im Rahmen der Eiproduktion - übergangsweise auszusetzen.

Ukraine-Krieg: Europäische Landwirtschaft wechselt in Krisenmodus

Die EU-Kommission reagiert auf die weltweite Ernährungssicherheit sowie die wirtschaftliche Lage der Landwirte in Europa aufgrund des Ukraine-Kriegs mit verschiedenen Maßnahmen:

  • Unterstützung für ukrainische Landwirte bei der Aussaat und Kraftstoffbeschaffung für Landmaschinen sowie der Wasserversorgung
  • Aufstockung des EU-Budgets für weltweite humanitäre Hilfe - besonders für die von ausbleibendem ukrainischem Weizenimport betroffenen Regionen
  • Finanzielle Hilfen für Landwirte in der EU, um steigende Energie-, Futtermittel- und Düngerpreise abzufedern
  • Zeitlich befristet wird es ermöglicht, auf Brachflächen Futtermittel- und Nahrungspflanzen anzubauen

Hersteller: Futter- und Düngemittel werden teurer

Noch sind Düngemittel und Tierfutter für die Region Oldenburg verfügbar, teilt der Agrarhandel Agrarvis mit, da eine großer Teil der Ware nicht aus der Ukraine bezogen werde. Allerdings verweist das Unternehmen auf steigende Preise. So führe der hohe Gaspreis nach Angaben von Agrarvis zu einer unrentablen Produktion von Stickstoffdünger. Der Agrarhandel prognostiziert Lösungen mit stickstoffbindenden Bakterien wachsende Bedeutung.

Stadt.Land.Zukunft: 31,5 Millionen für nachhaltige Landwirtschaft in Niedersachsen

Mit dem 31,5 Millionen Euro schwerem Paket Stadt.Land.Zukunft. für nachhaltige Landwirtschaft will das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen unter anderem:

  • ein Klimalabel für Agrarprodukte entwickeln
  • Tierwohl in der Milchwirtschaft stärken
  • ökologische Lebensmittelerzeugung weiter ausbauen
  • Paludikultur stärken

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte das Programm Mitte März auf dem "Eco Congress – Öko-Innovationen mit Biomasse" in Papenburg bekannt gegeben. Das Programm soll dazu beitragen, das europäische Ziel - Klimaneutralität bis 2050 - zu erreichen.

Green Deal & GAP: Schulworkshops mit Nachwuchskräften in den grünen Berufen

Wie funktioniert EU-Agrarpolitik und wie kann ich in meinem grünen Beruf Auslandserfahrung sammeln? Mit zwei Schulklassen der BBS 3 Oldenburg haben wir über Green Deal und GAP informiert und zusammen diskutiert, was Landwirtschaft - und Verbraucher für mehr Nachhaltigkeit tun könnnen. Dazu gab's Tipps zu Erasmus+ und anderen Möglichkeiten nach dem Fachabi Auslandserfahrung zu sammeln. Zudem haben wir uns gemeinsam Zeit genommen, um über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg zu sprechen und was der Konflikt für die Landwirtschaft und Ernährungslage in der Ukraine und auch hier in Deutschland bedeutet. Vielen Dank an alle Schülerinnen und Schüler und ganz viel Erfolg bei eurem weiteren Ausbildungsweg!

Ukraine-Krieg: EU debattiert Änderungen in der Agrarpolitik

In einer Sondersitzung der EU-Agrarminister hat der EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski angekündigt, die GAP zu überprüfen. Die Krisensitzung zog unter anderem diese Schlussfolgerungen für die Europäische Agrarpolitik aus dem Ukraine-Krieg:

  • Die Minister fordern kurzfristig den Anbau von Öl- und Eiweißpflanzen als Tierfutter auf aus Umweltgründen stillgelegten Flächen zu erlauben. Durch den Einbruch des ukrainischen Futtermais-Exports könne so einem Engpass beim Tierfutter entgegen gewirkt werden.
  • Die Erlaubnis für die private Lagerhaltung von Schweinefleisch soll geprüft werden
  • Die Aktivierung der EU-Krisenreserve für die Landwirtschaft soll in Betracht gezogen werden

C02-Ausstoß aus niedersächsischen Moorböden soll sinken

Rund 6,7 Prozent der deutschlandweiten Treibhausgasemissionen stammen aus entwässerten Moorböden. Bis 2030 soll der Treibhausgas-Ausstoß aus trockenen Moorböden um fünf Millionen Tonnen sinken - Niedersachsen als mooreichstes Bundesland ist dabei besonders betroffen. Die Pläne zur Wiedervernässung betreffen auch Moorbauern aus der Region Oldenburg, die seit Jahrzenten Moorflächen bewirtschaften. Niedersachsen will mit den Landwirten Gebietskulissen festlegen und im Rahmen einer Potenzialstuide Maßnahmen ableiten, um die geforderten Ziele zu erreichen. Bis 2025 sollen die Maßnahmen stehen, um die Klimaziele bis 2030 einhalten zu können.

Niedersachsen will Anteil ökologischer Landwirtschaft erhöhen

Vor dem Hintergrund, dass auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene konkrete Ziele für einen wachsenden Anteil ökologischer Landwirtschaft festgeschrieben wurden, sollen auch in Niedersachsen Maßnahmen ergriffen werden, um den Zielen näher zu kommen.

  • Im Rahmen des Niedersächsischen Wegs strebt die Landesregierung bis 2030 einen Öko-Anteil von 15 Prozent an
  • Die neue Bundesregierung hat bis 2030 einen Anteil von 30 Prozent ausgelobt
  • Die EU-Kommission hat im Rahmen des Green Deals einen Anteil von 25 Prozent bis 2030 zum Ziel

Aktuell liegt der Anteil ökologischer Landwirtschaft in Niedersachsen bei rund fünf Prozent, deutschlandweit bei ca. zehn Prozent.

Aktuell läuft ein Aufforderungsschreiben zur Konzeptvorlage für weitere Öko-Modellregionen. Seit 2020 sind bereits sieben Öko-Modellregionen in Niedersachsen an den Start gegangen.

Erster EU-Bio-Preis ausgerufen

Die EU und die landwirtschaftlichen Interessen-Verbände COPA-COGECA und IFOAM haben gemeinsam den ersten EU-Bio-Preis ins Leben gerufen. Der Preis würdigt herausragende Leistungen entlang der ökologischen Wertschöpfungskette und die innovativsten Ideen in der Bio-Landwirtschaft. Bewerbungen sind vom 25 März bis zum 8. Juni möglich. Der Aktionsplan der EU zur Förderung der Bio-Produktion hat unter anderem das Ziel, bis 2030 den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in der EU auf 25 Prozent zu erhöhen.

Deutschland legt nationalen GAP-Plan der EU vor

Im Rahmen der GAP-Reform müssen die EU-Mitgliedsstaaten erstmals eigene Umsetzungspläne der Europäischen Landwirtschaftspolitik vorlegen. Ende Februar hat Deutschland seinen Nationalen GAP-Strategieplan für die neue Förderperiode ab 2023 eingereicht. Die Umwelt- und Klimaschutzauflagen für Landwirte werden als Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen steigen. Als Folgen soll es zu vielfältigeren Fruchtfolgen und einem höheren Anteil an Brachflächen kommen. Mehr Informationen und der GAP-Strategieplan zum Download finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Futtermittelzusatz: Klimafreundlichere Verdauung bei Milchkühen

Die EU hat einen neuen Futtermittelzusatz für Milchkühe genehmigt, der den bei der Verauung entstehenden Methanaustoß um bis zu 35 Prozent verringern kann. Der für Kühe und Menschen als unbedenklich eingestufte Zusatz besteht aus 3-Nitrooxypropanol und soll in einigen Monaten als erster seiner Art auf dem Markt erhältlich sein.

EU-Konsultation zu Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Ihre Meinung ist gefragt: Die Europäische Kommission lädt aktuell in einer öffentlichen Konsultation dazu ein, als Erzeuger, Verarbeiter, Händler oder Anbieter in der Agrar- und Lebensmittelbranche Erfahrungen mit den Vereinbarungen zu den Nachhaltigkeitszielen mitzuteilen. Die Erkenntnisse werden in eine Regelung einfließen, mit der Nachhaltigkeitsvereinbarungen im Bereich Landwirtschaft unter bestimmten Bedingungen von den Wettbewerbsregeln ausgenommen werden sollten.

Vereinfachte Zulassung für biologische Planzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel mit Mikroorganismen - wie Bakterien oder Pilzen - sollen künftig in der EU einfacher zugelassen werden können. Damit können Landwirte chemische Pflanzenschutzmittel einfacher ersetzen und den Einsatz chemischer Pestizide gemäß der Ziele des Green Deals maßgeblich verringern. Geplant ist die vereinfachte Zulassung im Rahmen der jeweiligen Risikobewertung ab November diesen Jahres.

Noch mehr Infos gibt's im FAQ zu biologischen Pflanzenschutzmitteln.

Bienenschutz: EU-Kommission will Sulfoxaflor beschränken

Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Sulfoxaflor zu beschränken, um Hummeln und Bienen zu chützen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Sulfoxaflor Hummeln und Bienen. Bisher haben die EU-Staaten noch keine notwendige Mehrheit für eine Beschränkung erreicht. Die Kommission will demnächst einen Berufungsausschuss anrufen, um mit Blick auf den Artenschutz auf eine Einigung zu drängen.

Webinare: Demografischer Wandel in der Landwirtschaft

Im Durschschnitt sind deutsche Landwirte 55 Jahre alt. Nur ein Viertel der Höfe wird von Landwirten unter 40 betrieben. Deshalb widmet sich die Europäische Akademie zusammen mit der bpb und der Rentenbank in einer dreiteiligen, kostenlosen Webinar-Reihe den Junglandwirten in Europa.

Das sind die Themen:

25. Februar: Junge Leute auf dem Hof: Eine Bestandsaufnahme der europäischen Landwirtschaft

11. März: Gemeinsam modern: Neue Modelle der Bewirtschaftung

25. März: Veränderungsbedarf: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Junglandwirte in der EU.

Zur Anmeldung

GAP-Reform im Zeichen des Green Deals

Das Ziel mit dem umfassenden Maßnahmenpaket des Green Deals Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, beeinflusst auch die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP). Seit 1962 fließt ein Großteil des EU-Haushalts in die Unterstützung der Europäischen Landwirte, um allen Menschen gutes und bezahlbares Essen zu ermöglichen sowie den Landwirten ein faires Einkommen zu garantieren und die Entwicklung ländlicher Regionen zu stärken. Mit der nun beschlossenen GAP-Reform knüpft die EU künftig mehr Subventionen an Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige landwirtschaftliche Bewirtschaftung.

Von 2023 bis 2026 stehen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland 4,9 Milliarden Euro jährlich an Direktzahlungen aus EU-Mitteln zur Verfügung.

Direktzahlungen der EU an Landwirtinnen und Landwirte sollen künftig

  • zu 25 Prozent an noch höhere Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen gebunden sein. Um Geld aus diesen 25 Prozent zu erhalten, müssen Landwirte besondere Öko-Regelungen umsetzen.
  • zu 12 Prozent nur an kleine Betriebe mit einer Fläche von bis zu 60 Hektar gezahlt werden
  • Junglandwirte besser fördern, dafür stehen 98 Millionen Euro jährlich berei

Darüber hinaus sollen mit der GAP-Reform für Artenvielfalt und Umweltschutz relevante Flächen, wie Moore und Feuchtgebiete, nicht in zusätzliche landwirtschaftliche Flächen umgewandelt werden.

Green Deal: Workshops mit Nachwuchslandwirten der BBS Cloppenburg

Drei Tage, 9 Klassen, rund 160 junge Nachwuchskräfte in der Landwirtschaft: Mit den Schülerinnen und Schülern der BBS am Museumsdorf in Cloppenburg haben wir über die neue GAP-Reform und die Ziele des Green Deals für die Landwirtschaft diskutiert sowie einen Blick auf die Funktionsweise der EU geworfen und erarbeitet, wie die Gemeinsame Europäische Landwirtschaftspolitik funktioniert. Die vielen Ideen und Kritik zu GAP und Green Deal der Landwirte in Ausbildung sowie der Schüler der einjährigen und zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft und der Oberstufe des Agrargymnasiums wurden anschließend über die Online-Plattform "Konferenz zur Zukunft Europas" geteilt und können nun europaweit diskutiert werden.

Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an der BBS am Museumdorf für Agrarwirtschaft lernen, planen später den Hof ihrer Familie zu übernehmen. Klimaschutz ist ihnen ein wichtiges Thema, denn Bodeneresion und extreme Witterungen beeinflussen schon jetzt ihre Arbeit. Von der Politik wünschen sich aber viele mehr Mitspracherecht bei der Zielsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, langfristige Planungssicherheit und europaweite Standards, beispielsweise in der Tierhaltung.

Darüber hinaus haben wir die Nachwuchslandwirte informiert, mit welchen EU-Programmen sie im Ausland Praktika auf landwirtschaftlichen Betrieben absolvieren - oder mit anderen Programmen, wie weltwärts, ganz neue Erfahrungen sammeln können.

 

Green Deal: Unsere Videos zum Thema

Was sind die Maßnahmen des Europäischen Green Deals? Und was wird sich dadurch verändern? Regelmäßig veröffentlichen wir kurze Erklärvideos auf unserem Instagram- und TikTok-Kanal. Schaut gerne vorbei!